Swimming Pool (2003)
Swimming Pool wurde ja durchweg gelobt in der Presse. Ich bin nicht sicher, ob ich die Meinung dieser Leute teile.
Das soll nicht heißen, dass der Film schlecht war. Aber so richtig in Erinnerung wird er mir wohl nicht bleiben. Es geht hier um eine englische Schriftstellerin, die etwas Abwechslung braucht und daher von ihrem Verleger in sein Haus in Südfrankreich geschickt wird. Sie freut sich, sich dort in Ruhe auf ihr nächstes Buch konzentrieren zu können. Juhuu!
Aber dann kommt die Tochter des Verlegers (sie wusste nichts von dieser Tochter; der Verleger, der eigentlich gar nicht so aussieht, hat schon 1000 Frauen gehabt) und bringt die spießige Schriftstellerin (grspielt von Charlotte Rampling) ganz aus dem Konzept. Die Tochter (gespielt von Ludivine Sagnier) ist nämlich das böse französische Mädchen, das jeden Abend einen anderen Mann nach Hause bringt (die Schriftstellerin muss nun mit Ohropax schlafen).
So weit, so gut. Und dann passieren auf einmal jede Menge seltsame Sachen (mit Mord und Totschlag und so). Und dann ist der Film vorbei. Man weiß aber nicht so richtig, warum diese Dinge passiert sind.
Jetzt kommt mein Punkt: Es gibt Filme, bei denen ich nach solchen Enden noch tagelang überlegt habe, wie das zusammenpassen könnte. Aber bei diesem Film wollte ich mir irgendwie nicht die Mühe machen. Vielleicht weil die Antwort sein könnte: “Es ist gar nicht passiert. Sie hat sich das nur ausgedacht.”
Naja, ansonsten hat der Film ein anderes Tempo als die meisten anderen Filme. Es gibt viele Leerlaufphasen, wo fast nichts passiert. Das ist nicht weiter schlimm, weil man in diesen Phasen oft die nackte Tochter sieht, wie sie am Badrand liegt.
Manchmal stören mich auch die Dialoge, d.h. man konnte sich teilweise richtig vorstellen, was im Drehbuch stand (”hält inne, lächelt”). Das könnte aber auch nur ein Problem mit der Übersetzung sein.
Am interessantesten waren aber die zwei BWL-Studenten neben mir, die mit einer Freundin ausgegangen sind. Anfangs bestanden sie darauf, dass wir wirklich alle auf den Plätzen sitzen, die auf unseren Karten stehen (die ganze Reihe musste sich also umsetzen). Und dann – wahrscheinlich weil sie mal mit einer Frau unterwegs waren – kamen ständig Kommentare und dumme Lachen während des Films. Bis zu den ersten Sex-Szenen. Dann waren sie auf einmal Still bis zum Ende.
1 Kommentar
für mich ist swimming pool einer der interessantesten filme des jahres. ich war drin und danach so aufgekratzt dass ich zum ersten mal in meinem leben gleich nochmal ne karte gekauft hab. hat sich auch gelohnt, der film ist klasse. ist halt europäisches kino, man sollte sich darauf gefasst machen dass nicht alles erklärt wird, manches auch missverständlich oder widersprüchlich ist.
[ mardön am 30.9.2003 um 15:50 | # ]