Restaurant: Monsieur Vuong, Alte Schönhauser Str. 46, Mitte

Das Restaurant Monsieur Vuong ist ja schon relativ bekannt. Und sehr oft ist es ziemlich voll (man liest sogar, dass hier ab und zu richtige Schlangen vor dem Restaurant stehen, wie man es von den USA kennt). Ich war am Samstag dort zum Essen und habe mich gefragt, was ihr Geheimrezept ist. Hier meine Vermutungen:

  • Nettes Interieur: Habe mir mal von einem Kneipenbesitzer sagen lassen, dass die Einrichtung der entscheidenende Faktor ist. Monsieur Vuong passt gut zu Berlin Mitte: geometrische Formen, kantige Holztische, eine kreisrunde Theke, rote Wände, alles insgesamt sehr sauber. Und dennoch nicht kalt oder ungemütlich. Im Gegenteil. Die Raumaufteilung ist so gemacht, dass man sich hier mit seiner Begleitung relativ privat fühlt. East meets West in Mitte.
  • Leichtes Essen: Keine fetten Zutaten, kaum Frittiertes, sehr viel Gemüse. Man wird satt, ohne sich vollgestopft zu fühlen. Das ist wichtig, wenn man gut aussehen will – und schließlich will man das ja in Mitte.
  • Interessantes Essen: Das ist wirklich mal was Neues. Und obwohl es dieselben Zutaten sein mögen, wie man sie auch in anderen Vietnamesischen Restaurants bekommt, schmeckt das Essen trotzdem anders. Und sehr gut. Wer also genug hat von Pizza, Süß-Sauer-Ente oder Falafel, der findet hier was, was es sonst nicht so oft gibt (zumindest nicht in Berlin).
  • Gute Preise: Wir hatten jeweils eine Hauptspeise, dazu einen Tee, einen Cocktail und einen Bananenkuchen. Summe: EUR 21. Für zwei Personen in Mitte ist das schon genial.
  • Liebe zum Detail: Bei genauerem Hinschauen fällt einem auf, dass sich die Besitzer Gedanken gemacht haben. Die Luft ist gut, weil ständig Ventilatoren drehen. Das Essen kommt schnell, weil die Zubereitung völlig optimiert ist: es gibt nämlich nicht sehr viel Auswahl (dafür immer interessante Tagesgerichte). Das Mis-en-Place ist bereits vorbereitet, die Frau an der Theke stellt alles nur noch im Teller zusammen.
  • Ein Platz für Singles: Man kann hier auch alleine hinkommen, was einige auch tun. An der Theke sind Plätze, die auch für eine Person reichen. Und wer offen ist, kommt hier bestimmt auch ins Gespräch mit dem Nachbarn.
  • Branding: Monsieur Vuong versteht etwas von Marketing. Das ist leicht zu sehen. Man muss nur mal hingehen.

Monsieur Vuong

Ich war angenehm überrascht. Vielleicht gibt es noch mehr Geheimnisse für den Erfolg. Wer was weiß, kann hier gerne schreiben.

Update 12.11.2005: Hier die Postkarte mit dem Meister persönlich. (Ja, das ist er selbst.)

Und ein Zitat aus diesem taz-Interview:

Beißen Sie auch gern mal in eine Currywurst?

Natürlich. Ich gestehe aber, die Berliner Speisen sind mir fremd geblieben. Lieber mag ich die schwäbische Küche: Kässpätzle und Maultaschen, vielleicht wegen der Nudeln.

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17 Kommentare

  • und war es nun besonders voll? hattest du reserviert?

  • hab auch gleich lust bekommen mal hinzugehn. hört sich gut an.

  • ich war vor laengerem mal da und fands eigentlich recht langweilig. schnoesselig und hip…

    - essen: ok aber nichts besonderes, setzt auf 3 tagesgerichte, leider faellt die wahl nicht leicht mag man eines nicht. gerichte aehneln sich stark.

    - publikum: mitte hip

    - bedienung: bitte warten bis man einen platz zugewiesen bekommt… leicht albern oder?

  • aah, jetzt weiß ich wo das ist. bin auch mal reingelaufen, dann aber sofort rückwärts wieder raus. aus eben jenen gründen.

  • war heute zum ersten mal da ! absolut genial !

  • Endlich mal eine Location wo keine typisch Berliner Prolls anzutreffen sind. Das ” hippe Volk” will nun mal unter sich bleiben. Außerdem ist es sogar ganz gut, dass man von der Bedienung einen Platz zugewiesen bekommt, in New York ist sowas obligatorisch! Man sieht mal wieder, dass die Deutschen in dieser Hinsicht eher unkultiviert sind. Das Lokal sollte so bleiben wie es ist, bevor irendwelche Prolls sich dahin verlaufen.

  • eine bereicherung für den eßkultur in berlin. hier bekommt man was gutes für sein geld. schnell, günstig, und sehr gut. mir hat der besuch dort besonders gut gefallen weil die atmosphäre sehr angenehm und zwanglos ist. man wird sehr herzlichst begrüßt. das essen ist einmalig. der geschmack des essen ist sehr erfrischend unterscheidbar zu den üblichen asiatischen in der stadt. sicherlich nicht jedermansache. weil das essen mit viel frischen asiatischen kräutern zubereitet ist. also ausprobieren!!! guten apetitten!!

  • ich war drei mal dort und fand es jedesmal echt genial. ein echtes highlight, wenngleich sich der westliche gaumen an die asiatische schaerfe gewoehnen muss, wobei ich jedesmal ins schwitzen gekommen bin. wer behauptet es sei nichts besonderes hat einfach keine ahnung, basta. ein besuch bei Monsieur Vuong ist bei jedem berlin trip ein absolutes muss.
    FF

  • einfach nur top

  • Touri-Schuppen. Hässliche Mitte-Menschen (die ja bekanntlich alle vom Dorf kommen, sich selbst aber für “total trendy” halten) und eklige Leute die sich einen drauf runterholen “mal ganz toll wie in amerika” einen platz zugewiesen zu bekommen. jeder mit nur etwas geschmack meidet derartige massenabfertigungs-läden. das essen ist mainstream pur. was für leute die mitte geil finden und im plattenbau wohnen.

  • schlangen vor nem restaurant ! LOL! sowas assoziales! da macht man doch nen bogen drum.

  • for vegetarians it’s totally not interesting, most of the time it’s just one dish for vegetarians and i have way too much bad experiences with the service (slow, grumpy and still expecting tips after that) but i must admit the food’s very good and very refreshing.

  • for vegetarians it’s totally not interesting, most of the time it’s just one dish for vegetarians and i have way too much bad experiences with the service (slow, grumpy and still expecting tips after that) but i must admit the food’s very good and very refreshing.

  • Wer dieses ganze Hipness-Gequatsche um Monsieur Vuong wie ich nicht mehr ertragen kann, entspannt und genauso lecker Asiatisch essen gehen will, sollte sich doch einfach mal auf der anderen Strassenseite zu dem Japaner begeben. Von da aus hat man dann auch einen netten Blick auf die Schlange vor Monsieur Vuong.

  • Oh man, this is a great little place. As with anything that’s Berlin cool though – expect a queue.

  • An alle, die sich über Monsieur Vuongs Erfolg auf 150 qm Berlin aufzuregen: Da gabs (und gibts) im alten Westberlin schlimmere Schnöselschuppen. Und teurer. Hier kann sichs (fast) jeder leisten. Der Laden ist eine massive Bereicherung für den ansonsten gastronomisch touri-neppigen allerwelts-starbucks-Hackeschen Markt.

  • Das mit dem Plätzen zuweisen in New York City. Ich möchte hier ja niemanden enttäuschen, aber das auch so in nicht ganz so hippen, Kansas City, und jedem Diner einer amerikanischen Suburb.

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