Restaurant: Borchardt, Französische Straße 47, Mitte

Angeblich gehen hier Hollywood-Stars ihr Schnitzel essen, wenn sie in Berlin sind. Angeblich ist das der In-Treff der Szene, Teil des “Lifestyle of the Rich and Famous”. 364 Tage im Jahr ausgebucht (da geschlossen an Neujahr). Ich dachte also: Ziehste Dich gut an, wenn Du mal dorthin eingeladen wirst.

Wäre gar nicht nötig gewesen, dann das Borchardt ist kein Nobelrestaurant. Man fällt hier weder im Anzug noch in der Jeans auf. Pluspunkt. Der Mantel wird einem trotzdem am Eingang abgenommen. Ich setze mich also zu meinen Bekannten, die hier öfter essen und bereits den Koch und die ganze Belegschaft kennen, und warte auf eine Speisekarte.

Die kam nie (ich nahm die meines Nebensitzers). Unsere Bestellung wurde ungefähr nach einer Stunde aufgenommen. Und das Essen kam nochmal eine Stunde später. (Eine halbe Stunde vorher sagten sie uns, dass es nicht mehr genug Seelachs gebe.) Da das Restaurant sehr offen angelegt ist und hohe Wände hat, ist es sehr laut dort. Man muss sich teilweise richtig anschreien, um sich zu verstehen. Als ich reinkam, dachte ich sogar erst mal, ich sei auf einem Basar.

Alles Minuspunkte bei mir, ich war nicht beeindruckt. Bis auf genau eine Sache: das Essen. Das ist wirklich extrem lecker (was man bei Preisen um die 20 EUR – nur Fleisch/Fisch, Kartoffeln und Gemüse kosten nochmal jeweils 4 EUR extra – erwarten kann). Man muss dazu sagen, dass es auch nur um die 10 Hauptgerichte gibt. Da kann man vom Koch erwarten, dass er die irgendwann auch lecker hinbekommt.

Also zum wirklich gut essen lohnt es sich, ins Borchardt zu gehen. Nur den Hype verstehe ich nicht so ganz.

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