Konzert: Skoma und Ninja

Erster Mai in Kreuzberg. Der Rest Deutschlands assoziiert vermutlich Krawalle und fliegende Steine — wir Berliner aber freuen uns aufs Maifest, oder “myfest“, wie es seit einigen Jahren genannt wird. In der Oranienstraße und Umgebung werden Bühnen aufgebaut, Infostände und Basketballkörbe, und man verbringt den Sonntag damit rumzuschlendern, Leute zu treffen, was zu essen, und vor allem mit Musik: es gibt ne Menge Konzerte. Ne Menge. Und in Kreuzberg heißt das erstmal: Hip Hop.

Vor der Royal Bunker-Bühne wurden wir beim Vorbeilaufen darauf aufmerksam gemacht dass später Eko Fresh spielen würde, und da wir den noch nie live gesehen hatten wurden wir natürlich neugierig und waren zum angekündigten Zeitpunkt wieder dort. Da war noch irgendein Jungs-Act am fertigmachen. (Versuch seit ner Weile mich dran zu erinnern was das war, aber da ich nicht drauf komm wars vermutlich wieder nur der gleiche Prollrap den man überall vorgespielt bekam.) Dann betraten drei winzige Ladies die Bühne, und auf einmal wurde es richtig Spannend. Intoducing the next Force in German Hip Hop: Skoma und Ninja!

Es war einer der geilsten Auftritte seit langem, vielleicht sogar eins der besten Hip Hop-Konzerte überhaupt. Die Ladies waren schnell, vielfältig, gut gelaunt und sehr energetisch. Haben es (anders als jeder Andere auf der gleichen Bühne) sofort geschafft, das Publikum für sich zu begeistern, und die Reaktionen waren super. Dicke Produktionen, raffinierte Stakkatoreime und Rhythmus-Spielereien, Texte auf deutsch, türkisch und spanisch, und zwischendurch nen bisschen Gesang. Verblüffend professionell, so dass man sich fragt wie man so was geiles verpasst hat, wieso man das nicht früher mitgekriegt hat, vielleicht sollte ich anfangen die Juice zu lesen? Aber als ich danach einem der Mädels zum Auftritt beglückwünschte erzählt sie: “Das war erst unser zweiter richtiger Auftritt, das geht eigentlich jetzt erst alles los.” Und wir warn dabei!

Toll dran war auch der völlig charmante Umgang mit dem Publikum. Die Texte waren ziemlich geil, mit ner angenehmen Hip Hop-Arroganz ohne auf prollige Ghetto- oder Gewaltinszenierungen zurückgreifen zu müssen. Kaosloge, die direkt danach spielten, waren das direkte Gegenstück und dementsprechend enttäuschend bis peinlich schlecht: blöde Ghetto-Prolls, jedes Stück klingt gleich, laut und aggro. War dann so langweilig dass wir gar keine Lust mehr hatten auf Eko zu warten und erstmal was essen gegangen sind.

Die Mädels haben auf jeden Fall ne große Zukunft vor sich. Können mit jedem mithalten. Mit jedem!

Da man über Skoma außer der Royal Bunker-Konzertankündigung noch gar nix im Netz findet mach ich also hiermit den Anfang — wenn jemand Konzertdates kennt bitte posten!

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1 Kommentar

  • hi,die mädels von skoma sind bei mir auf dem label 36boyz drauf und bald gibt es auf jedenfall
    noch mehr zu sehen und hören.
    für kontakt:01623311773.
    danke nochmal für die geilen props
    peace,shenol

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