Hotel Ruanda (2005)

Freunde von mir sagten, sie wollen da nicht rein, weil sie keine Lust auf Filme hätten, die schwer zu verdauen seien. Vorher dachte ich: Kann doch nicht so schlimm sein. Danach dachte ich: Ich kann sie verstehen. Was einen dennoch nicht davon abhalten sollte, sich “Hotel Ruanda” (Hotel Rwanda) anzuschauen.

Denn es wird einem vieles bewusst. Dass man doch immer nur einen sehr kleinen Teil eines Geschehens in den Medien mitbekommt. Dass sich der Westen teilweise einen Dreck um die afrikanische Weltbevölkerung schert. Und dass Rassenfeindlichkeit – und hier steht Schwarz gegenüber Schwarz, äußerlich nicht einmal unterscheidbar – wohl immer ein Teil unseres Lebens bleiben wird. Leider.

Der Film ist sehr eindrucksvoll und wie in den anderen Kritiken versprochen wird man doch sehr an “Schindlers Liste” erinnert – wobei hier weniger Blut fließt (was nicht heißen mag, dass er weniger brutal ist). Lustige Stellen gibt es kaum. Was letztendlich auch das schwere Gefühl um die Magengegend erklärt, das man beim Verlassen des Kinos hat.

Es gibt bei Filmen über den Zweiten Weltkrieg immer irgendwie einen unausgesprochenen gesellschaftlichen Zwang, sie sehen zu müssen. Mir geht das inzwischen ziemlich auf die Nerven. Und daher fühle ich mich weitaus wohler einen Film wie “Hotel Ruanda” zu sehen, denn Ruanda und alle Opfer von damals haben es nicht weniger verdient ihre Geschichte erzählen zu dürfen.

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