Fahrenheit 9/11 (2004)
Die Vorführung war natürlich fast ausverkauft, hat dieser Film doch jede Menge Presse bekommen. Ich denke, der Film ist wichtig für die Amerikaner. Er ist in gewohnter Michael Moore Manier auch gut gemacht. Aber irgendwie hat er nicht dieselbe schöne Erzähllinie wie etwa Bowling for Columbine.
Das mag daran liegen, dass die Geschichte der amerikanischen Regierung, wie sie in den letzten vier Jahren verlaufen ist, nicht den typischen dramaturgischen Regeln eines Drehbuchs gefolgt ist. Die Frage ist allerdings, ob Moore wirklich die Geschichte chronologisch hätte erzählen müssen.
Man erkennt, dass ihn sehr viel an der aktuellen US-Regierung stört und er versucht, möglichst viel davon (auch Dinge, die man schon aus seinem Bestseller Stupid White Men kennt) in den Film zu packen. Das lenkt ab und die eigentliche Message “Wählt Bush ab!” geht am Ende des Films sogar ein wenig unter.
Uns im Vergleich zum Durchschnittsamerikaner relativ gut durch die Presse informierten Deutschen sind viele der Themen schon bekannt. Darüber hinaus betreffen uns gewisse Themen wie z.B. die Probleme der Familien mit Kindern beim Militärdienst im Irak nicht so sehr. Abgesehen davon haben wir auch eine etwas andere Einstellung zum Militär als die Amerikaner. Das schwächt die Wirkung des Films natürlich ein wenig ab.
Dennoch enthält Fahrenheit 9/11 wieder schöne Zitate, interessante Fakten und witziges Fremdmaterial. Insbesondere die Ausschnitte, die Bush lächerlich machen, sind gut gewählt. Es ist jedem klar, dass Moore sehr einseitig und parteiisch an das Thema herangeht. Dennoch bleibt einem manchmal der Mund offen stehen, wenn man sieht, wie ungeschickt sich der amerikanische Präsident anstellt und dabei ganz schön dumm aussieht. Dafür lohnt es sich dann doch.
2 Kommentare
hallo!
[ maggo am 16.9.2004 um 10:17 | # ]
ah, hallo, du hier?
[ mardön am 16.9.2004 um 13:54 | # ]