Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2004)
Diesen Film sollte man schon gesehen haben. Auch wenn man normalerweise Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Mark Ruffalo, Elijah Wood oder Tom Wilkinson nicht mag. Besonders Jim Carrey erscheint hier erstaunlich anders als sonst. Ich war mit Leuten im Film, die Carrey hassen und ihn in diesem Film sogar sympathisch fanden.
Was mir besonders gefiel:
- Es gibt richtige Charaktere in diesem Film, keine flachen Personen, denen zwangsweise irgendeine billige Vergangenheit angehängt wird. Außerdem handeln sie so, wie man vielleicht auch selbst handeln würde.
- Das Thema selbst wird angemessen behandelt. Auch wenn alles nicht so real erscheint und die technischen Möglichkeiten in der realen Welt nicht gegeben sind, fielen mir keine logischen Fehler auf. Und es gab nichts Bedeutendes, was man noch hätte hinzufügen müssen.
- Es baut sich alles schön auf bis zum Höhepunkt in der letzten Minute: Was machen wir, wenn wir jetzt schon wissen, wie es ausgeht?
Aber in Wirklichkeit fesselt der Film wahrscheinlich, weil einem das alles so bekannt vorkommt:
- Joel und Clementine würden ihre am Ende hässlich gewordene Beziehung am liebsten aus ihrem Gedächtnis löschen.
- Joel erinnert sich im Nachhinein fast nur an die guten Seiten.
- Dann hätte er doch gerne alles wieder zurück.
- In einer zweiten Chance merken sie, dass das nicht geht.
- Fast alle Personen erinnern mich an Menschen, die ich kenne…
(Hey, ich hab jetzt eigentlich wirklich nicht viel verraten.)
4 Kommentare
Für mich der beste Film des Jahres. Alles ist überdurchschnittlich gut: sehr gute Schauspieler, Jim Carrey äußerst sympatisch. Athmosphärisch dichte Inszenierung. Das Thema der Gedächtnismanipulation wirkt sich auf die Erzählstruktur aus; normalerweise kennt man nach dem ersten Drittel eines Films die relevanten Konfliktsituationen, hat schon Ahnungen auf welche Weise der Film sich weiterentwickeln wird — Eternal Sunshine dagegen bleibt bis zur letzten Minute des Films aufregend, es gelingt, die Neuheit und Spannung der ersten zehn Minuten auf die Länge eines Films zu dehnen.
Perfekter Soundtrack von John Brion (von dem kam auch der überirdische Soundtrack zu Punch Drunk Love), dazu als Titelmusik das beste Stück das Beck je gesungen hat; Fragmente davon werden durch den Film gewoben, erst zum Abspann wird Beck ganz gespielt, als wunderbarer Abschluss.
Ein rarer Fall: Charlie Kaufmann, beinahe bemüht postmoderner Drehbuchautor (Being John Malcovich, Adaptation) und Michel Goudry, der Gimmick-fixierte Videoclipregisseur (u.A. diverse Björk-Videos) schaffen einen Film der gleichzeitig modern, mitreißend, unterhaltsam, anregend, völlig originell (im Sinne von Neuartig) ist, der an zentralen Stellen Videoclipideen integriert ohne dass sie vom Eigentlichen ablenken; der davon lebt dass er Schemen durchbricht, und es wirkt nicht verkrampt, albern oder billig. Der perfekte Film.
[ mardön am 7.6.2004 um 02:33 | # ]
Ach und begeistert hat mich natürlich die angemessene Unsympathenrolle für Elija Wood. Perfekt gecastet.
Siehe dazu auch unsere Rezension seines Films mit Franka Potente: Try Seventeen — http://blog.amstertamm.de/archives/000034.html
[ mardön am 7.6.2004 um 02:39 | # ]
Memento ist ein gutes Gegenbeispiel: zwar recht unterhaltsam, aber leidet unter dem verkrampften Vorsatz modern sein zu müssen. Memento lebt von einfachen Gimmicks, wenn man den Film kennt ist die Spannung raus. Bei Eternal Sunshine ists nicht so (habs schon ausprobiert), ist auch in seinen Andeutungen und Konsequenzen um einiges komplexer und verwobener und manchmal undurchdringlicher; aber funktioniert trotzdem, ohne dass man versuchen muss jedes Detail erklären zu können. Das kann man sich für später aufheben, fürs nächste Mal.
[ mardön am 7.6.2004 um 02:48 | # ]
hab memento trotzdem schon drei mal gesehen…
[ oriba san am 13.6.2004 um 02:16 | # ]