Cool Hand Luke (1967)

“Sorry Luke, I’m just doing my job.”
“Calling it your job don’t make it right, boss.”

Luke (Paul Newman) wird betrunken beim Abschrauben von Parkuhren erwischt und wegen Zerstörung öffentlichen Eigentums in ein Gefangenenlager in den Südstaaten geschickt. In rauher Umgebung verschafft sich der Außenseiter den Respekt der Mithäftlinge. Paul Newman als Dropout der sich außerstande sieht, gesellschaftlichen Normalitätsvorstellungen zu entsprechen. Sehenswert.

coolhandluke01.jpgDer Film ist äußerst nett unterhaltsam. Ein Südstaaten-Gefängnis auf Zeltlagerniveau, mit Raufereien, Lausbubenstreichen und Machtkämpfen mit den Aufsehern. Erst später wird deutlich dass der Plot tiefer geht als es scheint.

Interessant ist die wiederholte christliche Metaphorik, die Jesus-Anspielungen. Luke als Märthyrer, Zeichen einer gesellschaftlichen Welterneuerung? Dazu passend die Parkuhren zu Beginn, bzw. “maliciously destroying municipal property under the influence” als ersten Akt der Auflehnung gegen ein reglementiertes System. Parkuhren in einer Straße in den Südstaaten sind hier ein wunderbares Symbol für verlorengegangene Freiheit, für eine eingeschränkte moderne Gesellschaft. In symmetrischen Reihen angeordnet, messen die Zeit, mechanisch. Der öffentliche Raum ist vorgegebenen Bedingungen unterworfen. Luke schraubt sie ab und lässt sie ohne weitere Beachtung liegen.

Luke als Dropout, der beweisen kann dass er zu hoher Produktivität fähig und willig ist — in einer bezeichnenden Szene bringt er seine Mithäftlinge dazu, ihr Arbeitspensum schneller zu erledigen, um danach die freie Zeit zu genießen — aber sich gegen ein restriktives System wehrt. Nicht als bewusste Entscheidung, sondern instinkthaft, als einzig mögliche Reaktion, auf die Gefahr hin daran zu zerbrechen. (”You are an original, they didn’t even know you was fooling them!” — “Fooling? You can’t fool them about something like that, they broke me. [...] I never planned anything in my life.”)

Interessante letzte halbe Stunde, vielseitiger und ernsthafter Film, auch wenn man es nicht immer gezeigt bekommt. Einige ernsthaft debile Charaktere. Und dämliche amerikanische Rudelmoral, zu viele Stellen an denen der hohe Status des Titelhelden innerhalb der Gruppe vorgeführt wird. Nächstes Mal bidde bisschen weniger davon, das Ende hätte nicht an Wirkung verloren.

Und der Schluss geht auch ok. Man konnte es sich natürlich nicht verkneifen die Sonnenbrille des Aufsehers zu zerstören (die Sonnenbrille ist hier ein Autoritätssymbol). Und noch ein nettes christliches Element: Mit Gott in Dialog treten, um die Entscheidung dann selbst zu treffen, denn der Glaube entledigt einem nicht der Verantwortung für das eigene Schicksal.

Sehr empfehlenswerter Film aus einer Zeit des gesellschaftlichen Übergangs, bei dem der Plot erfreulicherweise nicht der Unterhaltung im Weg steht, der auch nach mehrmaligem sehen interessant bleibt.

IMDB: Cool Hand Luke
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