Comics online
Ein Slashdot-Artikel veranlasste mich kürzlich eine halbe Nacht lang das Netz nach Comic-Bezogenem zu durchsuchen, ausgehend von Scott McClouds umfangreicher Homepage, scottmccloud.com. Web Comics, Eingescanntes, Fanseiten, Sekundärliteratur. Kleiner Auszug hier.
Es ist kaum überraschend dass die Vielfalt der gezeigten Comics im Netz inzwischen immens ist. Onlineversionen von klassischen Comic-Strips aus dem Print wie Peanuts und Hägar der Schreckliche, aufwändige Internetauftritte der großen amerikanischen Comicverlage Marvel und DC (mit Subverlag Vertigo, düstere Comics für ein älteres Publikum), Film-Spinoff The Matrix, Fanpages zu Klassikern des Comic Strips wie Fritz the Cat und Nancy. Daneben hat sich eine eigene Szene des Netz-Comics gebildet, zu den bekannteren gehören Megatokyo, Penny Arcade, Diesel sweeties, …
Dilbert ist der tägliche Klassiker für Büro- und Computerarbeiter: motivationslose Mitarbeiter unter einem ausbeuterischen, inkompetenten “Pointy Haired Boss”; ebenso User Friendly, noch anarchischer und Computer-zentrierter.
AppleGeeks ist witzig und schön gezeichnet im Manga-BBoy-Style, gezeigt werden kurze Anekdoten eines Freundeskreises im College (z.B. Kommunikationsprobleme beim Dating). Gamer- und Computerwitze, jeden Montag neu.
Sehenswert sind auch die Little Gamers — bereits seit 2000 erscheint von ihnen alle paar Tage ein 3-Bilder-Kurzcomic. Kleine Knubbelmännchen sitzen auf dem Sofa und zocken Konsolenspiele. Ab und zu kommt ein Gast aus anderen Comics, aber eigentlich passiert nicht viel. Sehr reduziert, aber toll gezeichnet. Im Dialog öfters mal Referenzen aus der Computerspielewelt, aber meist ohne Insiderkenntnisse verständlich. Viele Abkürzungen aus dem Internet Relay Chat (gelegentlich lohnt sich ein Blick auf lingo2word.com, ein Lexikon der Chat-Sprache), natürlich viel Jungshumor, derbe Sprüche und jugendlicher Chauvinismus (#15, #284, #87) aber ständig selbstironisch (#16, #662). Lieb: #12. Nen toller Kommentar zum Matrix-Film: #658, und zum Internet: #473. Little Gamers wirkt durch Reduktion; alles was man in mehreren hundert Folgen von der Umgebung sieht ist ein Sofa, eine Tischplatte, ein Computermonitor mit Keyboard, und Konsolen-Controller. Zwischen Sozialneurosen und Coolness-Posen, abgegrenzt von der Außenwelt, die Sprache eine Mischung aus Teenagerenglisch, Pimp-Slang und IRC-Speek.
Das kurze aber schöne Comic The cottage besteht aus Momenten und Bildern im Urlaub.
When I am king, inzwischen auch schon ein paar Jahre alt, ist aufregend. Zwar muss man scrollen um die Geschichte zu lesen, aber die verwendete Aufteilung des Platzes macht Sinn, wird manchmal aufgelöst oder durchbrochen. Tolle Geschichte, kommt völlig ohne Sprache aus. Manchmal animiert, die Interaktion beschränkt sich aber auf die Navigation zwischen Sequenzen.
Comics Online
onlinecomics.net
comicsontheweb.com
topwebcomics.com
comicsdb.com
webcomics.com
cgi.belfry.com/comics/
guide.keenspace.com
Weiterführende Links
rensselaer.edu/~bulloj/comxbib.html — riesiger Literaturindex und interessante Links
lit.org/view.php?viewid=4236 — über das Web als neues Vertriebssystem für Comics
pub69.ezboard.com/fpodartfrm6.showMessage?topicID=3.topic — Forumbeitrag über das Erstellen von Web-Comics
nlc-bnc.ca/comics/t17-6000-e.html — “Create Your Own Comics” (Linkliste)
3 Kommentare
Hier ist ein nettes Blog:
http://www.livejournal.com/users/with_gusto/
[ oriba san am 6.10.2003 um 18:38 | # ]
Ich mache auch einen täglichen Comic Strip meines Wissens nach den einzigen Independent Daily Strip in Deutschland
http://ivy.de
[ sven k. am 12.11.2003 um 04:05 | # ]
schöne Übersicht
Comicnews und Tipps gibt auf meiner website
Besucher und Support immer willkommen
grüße
[ navigator am 6.7.2004 um 12:34 | # ]