Kategorie 'Und sonst'

Deutsche nehmen Emails einfach nicht ernst

Dass Deutschland sich mitten in der Service-Wüste befindet, ist ja schon lange bekannt. Aber die strikte Weigerung von Firmen, auf Emails zu antworten, geht mir so was auf den Sack. Seit teilweise Wochen warte ich auf Antworten auf Emails von meinem Steuerberater, meinem Stromversorger, meinem Website-Host, meiner Hausverwaltung sowie dem Händler, von dem ich auf Ebay einen Schrank gekauft habe. Zum Teil habe ich die Email mehrfach geschickt (immer freundlich natürlich), aber auch angerufen, um nachzuhaken. Es ist dann auch nicht unüblich, dass die Sekretärin die Anwesenheit des Sachbearbeiters leugnet (was man daran merkt, dass sie hin und wieder vergisst, den “Ton unterdrücken” Knopf zu betätigen). Man bekommt also nur in seltenen Fällen den Verantwortlichen ans Telefon. Und zurückgerufen worden bin noch nie. (Wirklich nicht!)

Teilweise kann man die Firmen mit einem Wechsel zur Konkurrenz bestrafen, aber ich werde zum Beispiel nicht umziehen, weil meine Hausverwaltung schlechte Arbeit leistet. Oft ist ein Wechsel einfach zu aufwändig. Und genau aus diesem Grund können die meisten Dienstleister in diesem Land dann doch überleben. Da ist es doch eine gewisse Genugtuung, dass beispielsweise die Telekom momentan immer mehr Kunden verliert, weil der Service schlecht ist. Weiter so!

In meiner Zeit in Nordamerika habe ich übrigens mit großer Sicherheit Antworten auf meine Emails bekommen. Und das war 1998, als in Deutschland gerade mal fünf Leute eine Email-Adresse hatten, also während der Internet-Steinzeit auf dieser Seite des Atlantiks. Rein rechtlich gesehen ist es sogar so, dass so bald eine Firma eine Email-Adresse angibt, die dorthin gesendeten Emails dieselbe rechtliche Stellung haben wie ein per Post geschickter Brief. Man möchte also öfter mal mit dem Anwalt drohen, aber auch das ist teuer und diplomatisch gesehen nicht immer ratsam.

Ich kann also nur hoffen, dass die Deutschen endlich mal lernen, dass man Emails liest und sie auch beantwortet.

Angriff der Klofrauen

In den letzten Monaten muss mir irgendetwas entgangen sein. Ein geheimer Aufruf oder so etwas. Das Urbedürfnis der Menschen lässt sich kaum noch irgendwo ohne Bezahlung befriedigen, zumindest nicht, wenn man sich in der Öffentlichkeit befindet. Es ist üblich geworden, dass vor jeder öffentlichen Toilette nun jemand sitzt und Geld will. Dafür, dass die sanitären Anlagen sauber gehalten werden. Prinzipiell muss man erst einmal annehmen, dass das in Ordnung ist, denn man möchte ja saubere Toiletten und derjenige, der sie sauber hält, muss auch von irgendetwas leben. Aber in letzter Zeit sind mir extrem viele Fälle über den Weg gelaufen, die die Vermutung nahe legten, dass es hier mehr um Bereicherung als um Lebensunterhalt geht. Mehr…

Der Tod der Großstadt

Ich hatte irgendwann die Idee, dass nicht nur Lebewesen, sondern auch Gegenstände auch tot sein könnten. Ich meine nicht tot im Sinne von unlebendig, sondern eher verlassen, nicht mehr verwendet oder sinnlos – Dinge, die ihren Zweck einfach nicht mehr erfüllen und für die sich keiner mehr interessiert. Das ist bestimmt nichts Neues, aber ich fand es interessant, dass man unter diesem Gesichtspunkt in einer Großstadt unheimlich viel Tod sieht:
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“Ich möchte mir einen Computer kaufen”

Als studierter Informatiker werde ich immer wieder gefragt: “Kannst Du mir sagen, wo ich einen guten Computer kaufen kann?” Hier ist die offizielle Liste von Dingen, die man während eines Informatikstudiums an einer deutschen (und kanadischen) Universität nicht lernt:

  • wo es die billigsten Computer zu kaufen gibt
  • wie man eine neue Grafikkarte einbaut
  • wie man Windows repariert, wenn es abgestürzt ist und nicht mehr hochfährt
  • wie man DotCom-Millionär wird

Hey, manche Studenten kommen sogar durch, ohne jemals in einer anständigen Programmiersprache programmiert zu haben. Trotz allem: wer diesen Blog-Eintrag weiterliest, wird erfahren, wo es zur Zeit einen guten, billigen Computer gibt. Und was man wirklich beim Informatikstudium lernt…
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