Um mir einen Überblick über die Start-up Szene von Berlin zu verschaffen, habe ich gestern zum ersten Mal einem Branchentreffen beigewohnt: dem Web Montag. In ungezwungener Atmosphäre traf man sich hier zum plaudern, diskutieren und präsentieren. Präsentiert wurden zwei Projekte, keiala und Vizeo. Nicht die originellsten der Ideen, aber dennoch interessant zu sehen, wer hinter und wieviel Arbeit in solchen Projekten steckt. Darüber hinaus wurde kurz das Programm der re:publica vorgestellt.
Für mich war in erste Linie interessant, was für Leute Start-ups gründen und was für Leute auf solche Treffen gehen (das ist nicht dieselbe Menge). Unter den Gründern waren viele Leute, die man aus dem Informatikstudium kennt. Meistens aber, und das ist wohl schwer zu erraten, nicht diejenigen Informatiker, die man doch immer bei Siemens oder T-Systems enden gesehen hat, sondern eher die Mutigen unter ihnen. Die beiden Präsentatoren waren Macher. Junge, mittellanghaarige Typen in Kapuzenpullis, die Ideen nicht lange diskutieren, sondern schnell loslegen. Im Publikum saßen weitere Gründer, etwa der ruhigere Typ, der mit einer Erbschaft als Fallnetz Vollzeit an seinem Webprojekt arbeitet. Aber auch Gründer ohne Informatikhintergrund waren anwesend. Teils bereits mit Wagniskapital, teils noch auf der Suche. Interessant fand ich, dass die meisten ihr Start-up alleine verkörpern. Manch einer hat wohl mit einem Team angefangen. Oftmals haben sich die vermeintlichen Partner jedoch frühzeitig aus dem Projekt verabschiedet. Das größte Problem für ein junges Start-up scheint zu sein, die richtigen Leute zu gewinnen. Man konkurriert nicht wie im Silicon Valley mit 1.000 anderen Start-ups oder mit Google, sondern mit der deutschen Einstellung zum Beruf, deren Beschreibung für die meisten Menschen eher selten die Worte “Risikofreudigkeit” und “Unternehmertum” enthält.
Als störend empfand ich jedoch einige Leute im Publikum, die auf eine ziemlich arrogante Art meinten die Präsentatoren und ihr Projekt runtermachen zu müssen. Da fielen dann mitunter so Sprüche wie “Die letzte Reihe fragt sich gerade, was für ein Ziel Du verfolgst. Beschreib das mal. Und bitte in nicht mehr als fünf Sätzen!” oder “Wir haben jetzt die ganze Zeit getwittert und fragen uns, wo bei deiner Website der Mehrwert steckt.” (Ja, tatsächlich saßen im Publikum mehrere Zuhörer, die permanent auf ihren Laptop starrend online kommentiert oder wohl auch gelästert haben.) Da bin ich aus Nordamerika doch eine positivere Einstellung gewöhnt, bei der Fragen konstruktiv gestellt werden. Einigen potentiellen zukünftigen Präsentatoren dürfte dabei gestern wohl die Lust vergangen sein.
Dennoch, interessant war der Web Montag allemal. Ich habe mich letztendlich mit netten Gründern unterhalten und sicher auch die eine oder andere Sache gelernt.
[ oriba san am 18.3.2008 um 13:21 | # | Kommentieren ]
Habe auf einer Mineralwasser-Flasche der Marke “Spreequell” folgenden Text entdeckt (Hervorhebungen von mir):

Also nochmal im Klartext: Zu gewinnen gibt’s einen von 10 Vaio Laptops. Ok. Und wer nicht so viel Glück hat, kann eine Email-Adresse gewinnen! Da der Betreiber in seinem Lager nur 1.000 Email-Adresse vorrätig hat, sind diese Adressen extrem wertvoll! Und das Beste an der Sache: Ein Jahr lang ist die Email-Adresse auch noch kostenlos! Danach also entweder zahlen (für den “Profi-Zugang” EUR 5,90 pro Monat) oder allen Freunden mitteilen, dass die Email-Adresse nun zu Ende ist. Der Zugang bietet Platz für 1GB Emails.
Bei Google, Hotmail, Yahoo! und etlichen anderen Anbietern bekomme ich teilweise bis zu 4GB gratis, jederzeit, so viele ich möchte,
so lange ich möchte. Und das ohne auch nur einmal eine persönliche Information angeben zu müssen. Aber ich verstehe: Da steckt nicht das Wort “Berlin” in der Domain, und das macht schon was her. Was auch super ist: berlin.de ist die offizielle Website der Landesregierung Berlin. Da liegen meine privaten Emails also gleich schon bei der Regierung. Vielleicht erspart mir das den Bundestrojaner.
ps. Die Adresse “mein.Name@berlin.de” scheint tatsächlich noch frei zu sein. Was passiert mit den Gewinnen, wenn ich die jetzt schon registriere…?
[ oriba san am 17.10.2007 um 20:09 | # | Kommentieren ]
Das Walden muss wohl schon lange existiert haben. Draußen wächst schon seit vielen Jahren das Grün über die Tür und die Fenster dieser Bar. Ich bin schon unzählige Male an ihr vorbeigegangen, war aber vor kurzem zum ersten Mal zu Besuch. Meine Begleiterin nannte den Laden “das Gegenteil von stylisch”. Man trifft hier vorwiegend “älteres” Publikum, sagen wir, zwischen 35 und 50. Das “Walden” kann auch relativ sicher als eher links von der Mitte bezeichnet werden, als manch Cocktailbar in der Gegend (ich denke immer unweigerlich an den typischen taz-Leser). Die Bedienung trug eine Hose mit Tigermuster. Wir wurden sehr freundlich bedient und das Essen war sehr lecker (hier: warmer Ziegenkäse im Serranomantel auf buntem Salat für 5,10€). Das Steak ist angeblich auch sehr gut.

Der Heiße Schokolade mit Sahne Index liegt bei sagenhaften 2,10€ und man bekommt eine sehr große Tasse dafür. Es gibt übrigens auch eine ganz gute Auswahl an Whiskeysorten. Es lief den ganzen Abend eine Art kubanischer Hip Hop / Soul. Die Lokalität war mittelmäßig verraucht, erträglich.

Abschließend würde ich sagen, dass das “Walden” ein guter Ort ist, an den man sich begeben kann, wenn einem der ganze Trendkram in Mitte / Prenzlauer Berg gerade auf die Nerven geht. Hier bleibt man davon verschont.
[ oriba san am 16.7.2007 um 23:09 | # | Kommentieren ]
Diese Schilder sprechen für sich:

“Naturheilpraxis
Gerda Killer
Heilpraktikerin”
(Berlin Prenzlauer Berg, Schwedter Straße)

“ANGEBOT:
Alle BeleGte
BaGet 1,-30.
KÖRNER
Crossont
BeleGte
1,-50 cent”
(Berlin Kreuzberg, Körtestraße)

“Bier to go
frisches
BERLINER
0,4l Becher
1,50€”
(Berlin Mitte, Choriner Straße)

Eher smart als absurd
(Berlin Mitte, Alte Schönhauser Straße)
[ oriba san am 24.3.2007 um 21:44 | # | Kommentieren ]
Ich habe irgendwann angefangen, Bilder von all diesen hässlichen Schaufensterpuppen zu machen, die vor allem in dieser Stadt, aber auch in einigen anderen Städten der Welt zu finden sind. Hier ein Auszug:

Berlin, Stargarder Str.
Die hässlichste von allen.

Berlin, Flughafen Tegel (inzwischen nicht mehr dort)
Im Aschenbecher war tatsächlich eine alte Kippe und Asche.

Berlin, Bismarckstraße / Schlossstraße, ein Frisörladen

Berlin, Kastanienallee / Schwedter Straße, ein Brillenladen, zur Fußball-WM 2006
Kind auf LSD

Delhi, Indien
“Bringt uns zu eurem Anführer!”

Istanbul, Türkei
“Haarausfall mit 5 Jahren. Wir können helfen!”

Istanbul, Türkei
[ oriba san am um 21:22 | # | Kommentieren ]
Was hat Sri Chinmoy eigentlich in Berlin für Geschäfte am Laufen? Egal, wo ich hinsehe, sein Foto prangert an jeder Wand in jeder nur erdenklichen Variation – wobei er immer so aussieht als stehe er unter Drogen. Jeder, der sich häufig im Prenzlauer Berg oder in Mitte bewegt, wird ihn schon einmal gesehen haben: Mehr…
[ oriba san am 12.11.2005 um 16:16 | # | 2 Kommentare ]
Das ist nun wirklich kein Laden für Szenemenschen. Nicht dass ich mich selbst zur 103-Szene zähle, aber ich bin schon oft am “La Paz” vorbeigelaufen und dachte mir: “Wer geht hier eigentlich hin?” Die Antwort bekam ich vor kurzem: Jede Menge Leute. Mehr…
[ oriba san am 6.11.2005 um 17:22 | # | Kommentieren ]
Der Tipp hieß: Da hat eine neue Bar aufgemacht in der “Castingallee”. Das passiert ungefähr jeden Tag, aber dieses Mal dachten wir, wir testen das mal. Die Bar heißt “Laub & Frey”. Wenn ich raten müsste, würde ich behaupten, dass das die Nachnamen der Gründer sind. Diese Herren oder Frauen müssen entweder erfahrene Bareröffner, sehr gründlich oder gut beraten worden sein. Denn auf den ersten Blick wurde an alles gedacht: Mehr…
[ oriba san am um 17:00 | # | 5 Kommentare ]
Also eine Sache kann ich an Berlin überhaupt gar nicht leiden: Berlin besteht nur aus Baustellen!
Mehr…
[ oriba san am 19.7.2005 um 17:59 | # | Kommentieren ]
Angeblich gehen hier Hollywood-Stars ihr Schnitzel essen, wenn sie in Berlin sind. Angeblich ist das der In-Treff der Szene, Teil des “Lifestyle of the Rich and Famous”. 364 Tage im Jahr ausgebucht (da geschlossen an Neujahr). Ich dachte also: Ziehste Dich gut an, wenn Du mal dorthin eingeladen wirst.
Mehr…
[ oriba san am 22.4.2005 um 14:04 | # | Kommentieren ]