Beauty and the Geek

Grade die erste Episode von Beauty and the Geek angeschaut — und bin begeistert. Bin zufällig drüber gestolpert, und hatte hinter dem Titel eher ne Sitcom vermutet als das als was es sich herausstellte: ne neue Reality-Gameshow. Seit letzter Woche auf WB.

Sendungsinhalt ist ein clash of cultures: “It all starts with seven women who are academically impaired. Next, add seven men who are brilliant but socially challenged.” Im Laufe der Sendung wird getestet: Buchstabieren, Tanzen, Geographie, Popkultur-Wissen. “During these competitions, the geek must try to pass his brains onto the beauty, while the beauty tries to pull the game out of the geek. They’re so far apart on the social spectrum that they’re practically different species, but if they make it to the end, they could both walk away gifted and gorgeous.”

Hat mich zunächst an die erste Staffel von The Apprentice erinnert: die hyperaktive TV-Aufmache stört, mit Zeit und Spannungsbögen wird professionell gehaushaltet, und vor jeder Werbepause gibts nen Cliffhanger. Einzelne Athmosphären-Sounds sind direkt aus The Apprentice geklaut, und statt dem “Board Room” gibts nen “Elimination Room”.

(Informativ dazu auch die URL der Homepage mit der Bezeichnung “GenericShow” im Pfad. Tiger’s Dictionary übersetzt “generic” mit: characteristic of or relating to a class or group of things, blanket, no-name. Übersetzung: ein erprobtes Sendekonzept wird mit austauschbaren Inhalten gefüllt. Fließband-TV.)

Trotz Aufmachung und schnellen Schnitten gibt es aber überraschend schöne Momente, faszinierende Blicke auf amerikanische Klischees, und Sekundenabschnitte voller Echtheit und Menschlichkeit die MTV schon lange nicht mehr zeigt.

Beauty and the Geek ist nicht nur ein spannendes soziales Experiment. Es ist, genauso wie The Apprentice es am Anfang war, eine der wenigen aktuellen TV-Sendungen in denen man reales Leben vorgeführt bekommt. Klar sind alle gecastet, klar wird überall steuernd eingegriffen, geschnitten; aber diese ungekannte Situation in der sich die Kandidaten befinden erschafft eine Unsicherheit, eine Anspannung in der jeder Mensch nicht anders kann als sich selbst zu zeigen. Beauty and the Geek lebt vom überraschenden, enttarnenden Effekt der Perturbation. Und das (zumindest bisher) ohne die pubertäre gelangweilte Gewalt von Jackass, ohne Ekelspiele wie Käfer-Essen oder Schlangengrube, unter Aufrechterhaltung der menschlichen Würde.

Beim Apprentice hat die Spannung genau eine Staffel lang angehalten, dann war der ganzen Nation die Situation bekannt, war jeder TV-Zuschauer bereits Professioneller. Bei Beauty and the Geek wird das sicher nicht anders sein; aber bis dahin bleibe ich Fan.

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