Monatsarchiv für April, 2007

Deutsche nehmen Emails einfach nicht ernst

Dass Deutschland sich mitten in der Service-Wüste befindet, ist ja schon lange bekannt. Aber die strikte Weigerung von Firmen, auf Emails zu antworten, geht mir so was auf den Sack. Seit teilweise Wochen warte ich auf Antworten auf Emails von meinem Steuerberater, meinem Stromversorger, meinem Website-Host, meiner Hausverwaltung sowie dem Händler, von dem ich auf Ebay einen Schrank gekauft habe. Zum Teil habe ich die Email mehrfach geschickt (immer freundlich natürlich), aber auch angerufen, um nachzuhaken. Es ist dann auch nicht unüblich, dass die Sekretärin die Anwesenheit des Sachbearbeiters leugnet (was man daran merkt, dass sie hin und wieder vergisst, den “Ton unterdrücken” Knopf zu betätigen). Man bekommt also nur in seltenen Fällen den Verantwortlichen ans Telefon. Und zurückgerufen worden bin noch nie. (Wirklich nicht!)

Teilweise kann man die Firmen mit einem Wechsel zur Konkurrenz bestrafen, aber ich werde zum Beispiel nicht umziehen, weil meine Hausverwaltung schlechte Arbeit leistet. Oft ist ein Wechsel einfach zu aufwändig. Und genau aus diesem Grund können die meisten Dienstleister in diesem Land dann doch überleben. Da ist es doch eine gewisse Genugtuung, dass beispielsweise die Telekom momentan immer mehr Kunden verliert, weil der Service schlecht ist. Weiter so!

In meiner Zeit in Nordamerika habe ich übrigens mit großer Sicherheit Antworten auf meine Emails bekommen. Und das war 1998, als in Deutschland gerade mal fünf Leute eine Email-Adresse hatten, also während der Internet-Steinzeit auf dieser Seite des Atlantiks. Rein rechtlich gesehen ist es sogar so, dass so bald eine Firma eine Email-Adresse angibt, die dorthin gesendeten Emails dieselbe rechtliche Stellung haben wie ein per Post geschickter Brief. Man möchte also öfter mal mit dem Anwalt drohen, aber auch das ist teuer und diplomatisch gesehen nicht immer ratsam.

Ich kann also nur hoffen, dass die Deutschen endlich mal lernen, dass man Emails liest und sie auch beantwortet.

Bilder von springenden Bands

MySpace fördert ja inzwischen auch in Deutschland alles zu Tage, was irgendwie ein Instrument spielen kann. Da sich aber jede Band bewusst ist, dass die Musik alleine nicht ausreicht, sondern man auch zumindest gute Bandfotos haben muss (denn jeder Veranstalter verlangt diese), finden dann natürlich entsprechend Shootings statt. Von den Bands, die mir auf MySpace über den Weg laufen, könnte ich 10 Jahre lang jeden Tag ein bescheuertes Foto veröffentlichen. Daher beschränke ich mich auf eine kleine Auswahl eines bestimmten Typs: das Sprungbild. Man hört den Star-Fotografen förmlich sagen: “Hmm, was machen wir jetzt? Ach, springt doch einfach mal und ich knipse dann, wenn ihr in der Luft seid!” Geniale Idee! Wie toll das aussieht, seht Ihr hier:

confus.jpg

Mom’s Day