Monatsarchiv für August, 2003

Nicht auflegen (Phone Booth)

Weil Cinestar nun auch Donnerstags einen auf €4 macht, dachte ich, ich nutze die Gelegenheit und schau mir “Nicht auflegen” bzw. “Phone Booth” an. Der Spiegel brachte einen Artikel darüber, Freunde sprachen mich auf den Film an und überall, wo ich nachschaute, war die Kritik vorwiegend positiv.

Nach zehn Minuten im Film dachte ich “Oh je, der wird langweilig.” Ich habe mal ein Buch über das Schreiben von Drehbüchern gelesen und da stand, zurecht, dass man bei 99% der Filme in den ersten 10 Minuten merkt, ob der Film gut ist oder nicht. Also immer wenn ein Film langweilig war, wusste ich es eigentlich schon nach 10 Minuten. “Nicht auflegen” gehört zu den restlichen 1%.
Mehr…

Full Frontal (2002)

Steven Soderbergh hatte grade Zeit für ein Kurzprojekt: in nur 18 Tagen drehte er “Full Frontal” mit Starbesetzung und kaum Budget. David Hyde Pierce (Frasier), Julia Roberts, Catherine Keener (Being John Malcovich), David Duchovny (X Files), Brad Pitt und mehr spielen auf. Im Dokumentarstil, mit vielen Voiceovers, auch Digitalkameras, verschlüsselt-nonlinearer Erzählform; Hollywood als Independent-Movie. Not for everybody.
Mehr…

Midnight Cowboy (1969)

Am schönsten ists immer woanders; der Traum nach einem besseren Leben, seis in New York oder Florida. Joe Buck (John Voight), ein junger naiver Kleinstädter mit höflichen Umgangsformen (”Ma’am”) und klassischen Moralvorstellungen zieht von Texas nach New York und wird mit einer kalten, egoistischen Welt konfrontiert.

Der Hillbilly Stud trifft den italienischen Tagedieb Enrico Salvatore “Ratso” Rizzo (Dustin Hoffman), sie bleiben aneinander hängen, leben am Rande der Existenz, immer knapp davor kleine Erfolge zu erzielen. Dog or President. Eine ungleiche Beziehung, in der Ratso als abgebrühter Großstädter die psychologische Oberhand besitzt, aber beide voneinander abhängig sind, keiner alleine durchhalten will. Eine Beziehung um der Einsamkeit zu entfliehen. Geplant als Verbindung aus “Looks” und “Management”, also als Geschäftsbeziehung, aber in Wirklichkeit viel existenzieller.
Mehr…

Cool Hand Luke (1967)

“Sorry Luke, I’m just doing my job.”
“Calling it your job don’t make it right, boss.”

Luke (Paul Newman) wird betrunken beim Abschrauben von Parkuhren erwischt und wegen Zerstörung öffentlichen Eigentums in ein Gefangenenlager in den Südstaaten geschickt. In rauher Umgebung verschafft sich der Außenseiter den Respekt der Mithäftlinge. Paul Newman als Dropout der sich außerstande sieht, gesellschaftlichen Normalitätsvorstellungen zu entsprechen. Sehenswert.
Mehr…